Wander-Wochenende der Männerriege im Albulatal

  • 9. Januar 2023

…also, was wäre ein Ausflug der Männer-Riege ohne objektive, unabhängige und wahrheitsgetreue Berichterstattung?!

Eben!

Die zehn zähesten Mitglieder der Männerriege sind dabei: Heinz Gander, Fred Känzig, Kurt Zurlinden, Fritz Stern, Roberto Perego, Hansruedi Kopp, Werner Schürch, Heinz Allemann, Peter Boner jun. und meine Wenigkeit, Roland Schären.

Noch vor Sonnenaufgang – es ist Punkt 07:00 Uhr morgens! – fahren wir im Kleinbus Richtung Bündnerland, am Steuer sitzt Heinz Gander. Das Wetter ist trocken, die Strasse verkehrsarm, Heinz Gander
führt das Steuer mit sicherem Griff über die Autobahn. Zur Verrichtung drängender Verrichtungen erfolgt ein Zwischenhalt in der Raststätte Glarnerland. Nach Kaffeegenuss und Erleichterung wollen wir weiter, aber vor dem Raststätten-Eingang erwartet uns zunächst ein wolkenbruchartiger Niederschlag mit Regen und Graupeln. Einzelsprungweise retten wir uns ins trockene Fahrzeug. Immer noch mit Heinz Gander am Steuer rollen wir bis an unser Ziel, Bergün, welches wir nach insgesamt 255km Fahrt erreichen. Bergün liegt im grössten Naturpark der Schweiz, im Parc Ela, im Albulatal an der Albulastrecke der Rhätischen Bahn.

Im Bahnmuseum der RhB in Bergün werden wir mit der Geschichte des Bahnbaus bekannt gemacht. Man staunt über die Ingenieur- und Baumeisterleistungen, die schon vor über hundert Jahren möglich waren, und man erschauert, unter welchen Bedingungen die Mineure ihre gefährliche Arbeit verrichten mussten, kaum Schutzvorkehrungen und ohne Schutzkleidung. Die RhB darf sich seit 2008 mit dem werbewirksamen

Zusatz „UNESCO-Weltkulturerbe“ schmücken, im Hinblick auf die Opfer, die für den Bau gebracht werden mussten, bestimmt keine Übertreibung. Im originellen Bahnbeizli des Museums nehmen wir das Mittagsmahl zu uns. Am Nachmittag führt uns Heinz Gander auf einer leichten Wanderung über den „Holzweg“, gemäss Eigenwerbung „spielerisch, lehrreich und spannend“. Verschiedene Informationstafeln orientieren über die Bedeutung der einheimischen Holzwirtschaft. Hie und da beobachtet uns ein holzgeschnitzter Zwerg.

Nach der Rückkehr am späteren Nachmittag beziehen wir unser Quartier im Hotel Restaurant Ladina Bergün. Abends werden wir daselbst gut und reichlich verpflegt. Wir sind alle rechtschaffen müde, an weitere Aktivitäten ist nicht zu denken, und bald ist Bettzeit. Am Morgen fahren wir mit der RhB auf der Albulastrecke ins benachbarte Preda, wo wir unter kundiger Leitung die Baustelle am Nordportal des neuen Albulatunnels besichtigen. Dieser verläuft parallel zum alten Tunnel, der nach wie vor in Betrieb steht und nach der Fertigstellung des neuen Tunnels als Service- und Sicherheitstunnel Verwendung findet. Der neue Tunnel ist aus Sicherheitsgründen für Besucher nicht begehbar. Bekanntlich ist die Schutzpatronin der Mineure die Heilige Barbara. Auf unserem Gruppenfoto ist gut erkennbar, dass die Schutzheilige ihren Segen über uns ausgiesst, jedenfalls prangt über den Helmen einiger Auserwählter ein veritabler Heiligenschein.

Es ist immer noch Vormittag und wir fahren mit der RhB bereits wieder zurück nach Bergün, wo wir eilends unseren Kleinbus besteigen und zur Talstation der Sesselbahn Bergün Alp Diala fahren, damit wir den Transport um 12:00 Uhr Mittags nicht verpassen – das Sesselbähnli mit archaischer Infrastruktur fährt nur zu jeder vollen Stunde. Nach individueller Verpflegung im Berggasthaus Diala führt uns Heinz Gander auf eine Rundwanderung über die Alp Darlux zurück zur Alp Diala. Der Blick auf die umliegende Bergwelt ist einzigartig: Vor uns erheben sich kantige Zinnen, spitze Gipfel, schroffe Scharten, Gletscher und steile Runsen – Alpen halt eben. Und das Wetter ist grossartig!

Um 15:00Uhr (volle Stunde!) fährt uns das Sesselbähnli zurück zum Kleinbus im Tal, wo wir nun die Heimreise antreten. Die Aufgabe, uns alle sicher nach Hause zu bringen, obliegt jetzt Roberto Perego. Unterwegs erfolgt ein Fotostop bei der Solisbrücke, die stolz 85m über der Albula thront, ein eindrückliches Beispiel von Ingenieurs- und Baumeisterkunst um 1900 – Teil des Weltkulturerbes.

Um 19:30 Uhr nach etlichen Staus und stockendem Kolonnenverkehr treffen wir wohlbehalten in Wiedlisbach ein.

Danke dem Organisator Heinz Gander für Mühewaltung, Gänge und Läufe und Fahrdienst, und danke Roberto Perego für angenehme Rückschaffung nach Wiedlisbach, und danke all den edlen Spendern, die mit grosszügigen Gaben den Getränkekonsum unterstützt haben.

Für objektive, unabhängige und wahrheitsgetreue Berichterstattung: Roland Schären, passives Aktivmitglied der Männer-Riege Turnverein Wiedlisbach.