Wander-Wochenende der Männer-Riege im Tirol

  • 5. Januar 2019

…also, an diesem doch recht ausgedehnten Wochenende ( 27. – 30. Sept. 2018) nehmen immerhin elf Mitglieder der Männerriege des Turnverein Wiedlisbach teil: Heinz Gander, Fred Känzig, Kurt Zurlinden, Godi Kopp, Fritz Stern, Roberto Perego, Hansruedi Kopp, Ruedi Ramseier, Marcus Stauffer, Urs Allemann und meine Wenigkeit, Roland Schären.

In aller Frühe – es ist erst sechs Uhr morgens! – fahren wir in Godis Kleinbus Richtung Ostschweiz. Abwechslungsweise führen Godi und Roberto das Fahrzeug, wie gewohnt mit sicherer Hand. Den ersten Kaffee- und Erleichterungshalt gibt es in der Raststätte Rheintal – selbige liegt gerade noch in der Schweiz. Bald rollen wir weiter, zunächst durch das Fürstentum, sodann durch Österreich, dem schon lange nicht mehr alles Erdreich untertan ist, durchfahren den Arlbergtunnel (gebührenpflichtig!) und machen erneut Pause, diesmal in Imst-Au (hat aber mit „im Stau“ nichts zu tun…).

Es herrscht strahlendes Frühherbstwetter. Kurz nach Mittag treffen wir in Kufstein ein, dieser „Perle Tirols“ am grünen Inn, wo im Hinblick auf den baldigen Start der U-23-Rad-WM ein unglaubliches Durcheinander herrscht. Wir verpflegen uns im Garten des Gasthauses zum Goldenen Löwen. Am frühen Nachmittag erfolgt der Start zur U-23-Rad-WM. Obwohl wir Fähnli mit den Österreicher Farben schwenken, befeuern wir die Schweizer Teilnehmer mit kräftigen „Hopp Schwyz“-Rufen. Offenbar nützt es: wie anderntags den Medien entnommen werden kann, wird der ehemalige Wiedlisbacher Gino Maeder starker Vierter, und ein weiterer Schweizer, ein Berner namens Marc Hirschi, holt sich gar den WM-Titel.

Nach dem WM-Start besteigen wir die Stufen zur Festung Kufstein, wo uns eine orts- und geschichtskundige Dame über zwei Stunden lang Einzelheiten zu Entstehung und Geschichte der Festung näher zu bringen versucht. Endlich geht es weiter nach Söll, wo wir im Hotel Feichter für die nächsten drei Nächte Quartier beziehen. Zum Willkommen serviert uns die Hotelleitung einen Zirbenschnaps, bestimmt von bester Qualität. Dessen Genuss ist jedenfalls ein gewöhnungsbedürftiges Geschmackserlebnis.

Am Freitag Morgen werden wir ins benachbarte Ellmau gefahren, von wo aus wir eine Rundwanderung am Fusse des Kaisergebirges starten. Auch heute sind uns die Wettergötter wohlgesinnt. Das Festzelt, in welchem gerade der Ellmauer Musikherbst stattfindet – mit bekannten Op- und
Pop-Musikgrössen wie Hansi Hinterseer, Andi Borg und, ja, auch Oeschs die Dritten – lassen wir hinter uns und marschieren auf gut ausgebauten Wegen am Südfuss des wilden Kaisers höher und höher. Vor uns erheben sich kantige Zinnen, spitze Gipfel, schroffe Scharten und steile Runsen – Alpen halt eben. Die Mittagsverpflegung nehmen wir in einer noblen Alphütte zu uns. Die Hütte ist voll von Touristen, die mit dem Auto hochgefahren sind. Nachmittags sind wir wieder in Ellmau und fahren zurück in unser Quartier zu Erholung und Abendessen.

Und schon ist es Samstag, wir werden erneut nach Ellmau gefahren und beginnen unsere Wanderung zur Stöfflhütte und zum Hintersteiner See. Der Himmel ist von etwas Hochnebel überzogen, der aber bald wieder strahlendem Sonnenschein weicht. Bereits gegen Mittag sind wir zurück in
Ellmau, mit der Absicht, uns in den Trubel des Jahrmarktes zu stürzen. Einige unter uns entledigen sich des Wander-Tenues und ziehen zivile Kleidung über. Heinz kleidet sich stilgerecht in eine wadenlange Lederhose und in ein weisses, dezent besticktes Trachtenhemd, das Ganze gekrönt von einem braunen Filzhut. Am Markt herrscht ein unglaubliches Gedränge, Verpflegungsstände und laute Musik allüberall. Heinz im stilgerechten Habitus kann sich vor weiblichen Avancen kaum retten. Bei der Gulaschkanone geniessen wir eine Portion Szegediner Krautfleisch, eine besonders schmackhafte und nachhaltig wirkende Sauerkraut-Zubereitung. Am späten Nachmittag geht’s zurück in unser Quartier.

Sonntag ist’s, der Tag der Heimkehr. Um neun Uhr verlassen wir Söll, auf der Inntal-Autobahn kommen wir gut voran. Wir machen einen längeren Halt in der architektonisch höchst bemerkenswerten Trofana-Raststätte. Danach geht es zügig weiter Richtung Schweizer Grenze. Mittagsruhe finden wir am frühen Nachmittag in Lustenau im „Gasthaus am Rohr“, gelegen in einem wunderschönen Auengebiet am alten Rhein. Zunächst führt uns Heinz zu jener geschichtsträchtigen Stelle an der Grenze Schweiz-Österreich, wo viele Nazi-Verfolgte in die Schweiz gelangten. In diesem Zusammenhang ist der Name des St Galler Polizeikommandanten Hauptmann Paul Grüninger zu erwähnen: er rettete in den Jahren 1938 und 39 mehrere hundert jüdische und andere Flüchtlinge vor der Naziverfolgung.

Im Verlauf des fortgeschrittenen Nachmittags reisen wir weiter und kommen ohne Zwischenfall exakt um 17:00h nachmittags in Wiedlisbach an.

Was gibt es sonst noch zu erwähnen? Der Ausflug hat uns allen gefallen und wir haben viel Spass gehabt. Selbstverständlich wurden Busfahrten, Wanderungen und fröhliches Beisammensein wieder und wieder aufgelockert durch derbe Spässe und deftige Sprüche, zu deren Inhalt im Einzelnen schweigt jedoch des Sängers Höflichkeit. Auch das Wetter hat sich von seiner besteN Seite gezeigt.

Danke dem Organisator Heinz Gander für Mühewaltung, Gänge und Läufe, und danke den Busfahrern Godi Kopp und Roberto Perego für angenehme Hinreise und Rückschaffung, und danke all den edlen Spendern, die mit grosszügigen Gaben den Getränkekonsum unterstützt haben.

Für objektive, unabhängige und wahrheitsgetreue Berichterstattung: Roland Schären, passives Aktivmitglied der Männer-Riege Turnverein Wiedlisbach

Bilder der Männerriegenreise ins Tirol und dem Waldhüttenmarsch sind der in Galerie zu finden.