Ab in den Süden – Damenriegenreise vom 20./21.August 2016

  • 25. August 2016

Bei etwas wolkenverhangenem Himmel steuerten wir los, Richtung Gotthard ins sonnige Tessin. Genau genommen war der Markt in Ponte Tresa unser Ziel. Die Sonnenbrille montiert und ab geht’s. Ein Blick auf den Staumelder, schon 7 km Stau am Gotthard. Kein Problem für uns, wir fahren in Wassen ab der Autobahn, über den Gotthardpass. Oben angekommen die Überraschung; Nebel, Kälte und ein zügiger Wind empfangen uns. Zum Glück haben alle unser schönes Vereinsjäckli dabei das wir so richtig präsentieren können.

Frisch gestärkt mit Kaffee und Ovo geht’s wieder runter vom Pass auf die Autobahn Richtung Lugano.Die anfängliche Hochstimmung wird etwas getrübt durch den Himmel der sich immer schwärzer färbt und dann die Schleusen öffnet. Am Bahnhof von Caslano dann der nächste Halt, da wir schlauerweise nicht mit dem Auto nach Ponte Tresa fahren, sondern mit dem Zug die letzten Stationen in Angriff nehmen. Doch der liebe Petrus meint es gar nicht gut mit uns Frauen. Es regnet in Strömen! Nein es regnet nicht, es sind im wahrsten Sinne Wasserfälle die vom Himmel stürzen. Unser Auftrag war es etwas wirklich Unnützes zu kaufen für höchstens 5 Euro, danke Esthi. Schneller als es uns eigentlich lieb war, sind wir über den Markt fast gerannt, da überall von den Zelten zusätzliches Wasser strömte und einige nette Händler ihre Zeltdächer mit Stangen leerten und das, während wir dort standen….

Anstatt 2 Stunden auf dem Markt und einer Wanderung rund um den Monte Caslano, gönnen wir uns 1-2 Aperol Spritz und werden, wie überall in Italien, mit Antipasti verwöhnt. Dem Regen zum Trotz suchen wir eine Gelateria auf und schlecken Glace als wäre es Sommer. Tropfnass, durchweicht und auch etwas enttäuscht von der Sonnenstube der Schweiz, machen wir uns auf den Weg zu unserer Unterkunft in der Jugendherberge Savosa in Lugano.

Schnell sind wir wieder guter Laune, denn die Jugi ist wirklich super eingerichtet und ganz nach unserem Geschmack. Eigene Dusche und WC in den 4er Zimmern und nach langem suchen haben auch die im 8er Zimmer entdeckt dass sie nebst der Dusche auch ein eigenes WC im Zimmer haben….
Geduscht, und voller Zuversicht dass es mit dem Wetter nur noch aufwärts gehen kann, sind wir von Manuela und Beatrice eingeladen worden zu einem bombastischen, selbstgestalten Apéro. Alles was das Herz begehrt steht auf dem Tisch. Selbstverständlich alles vom Markt in Ponte Tresa, denn Manu und Beatrice haben dem Regen getrotzt und waren für uns an den Ständen einkaufen. Salami, Oliven, Käse, frisches Brot und dazu Aperol Spritz. Was soll man sich da noch beklagen wegen dem Wetter, uns ging es doch wunderbar.
Eigentlich hatten wir bereits unsere Bäuche mit dem herrlichen Apero gefüllt, doch ein kleines Hüngerchen machte sich gegen Abend breit und wir durften uns im La Ticinella mit Italienischen Köstlichkeiten verwöhnen lassen. Das Restaurant war zum Bersten voll, doch was macht man in so einer Situation? Genau man nimmt die Würfel und fängt an sich damit die Zeit zu vertreiben. Okey die einen hatten länger das Vergnügen zu würfeln als die anderen ( nid luschtig ) ;-)Der grosse Moment: wer gewinnt den Preis des Sinnlosesten Dinges? Brauchen wir Spangen für Vorhänge oder für kurze Frisuren Haarspangen? Oder vielleicht doch Plastikblumen? Oder brauchen wir Joe mit einer Banane ( mehr sei dazu nicht ausgeplaudert 😉 ) Sandra hat mit Bananen-Joe gewonnen. Gratuliere! Der Tag neigt sich dem Ende zu, alle sind etwas müde und warten auf eine Geistergeschichte meinerseits. Irgendwie bin ich nicht auf Touren gekommen und somit war die Geschichte mehr kurz als gruslig. Vielleicht bekomme ich ja ein anderes Mal wieder die Chance die Frauen zum Kreischen zu bringen.

Ein Blick aus dem Fenster und was sehen meine noch müden Augen? Jeehh schönes Wetter bahnt sich an. Schauen wir mal ob der heutige Tag dem Mythos Sonnenstube der Schweiz gerecht wird.
Nach dem reichhaltigen Frühstück geht’s weiter an den Hafen von Lugano. Aber zuerst braucht Sandra noch ein Mitbringsel für ihren Mann. Kurzerhand wird im Garten der Jugi eine Bananenpflanze ausgegraben (Sandra hat vorher gefragt wohlverstanden). Wir wollen dann alle eine Banane, wenn es soweit ist ,dass die Pflanze Früchte trägt! Die sind dann nicht für Joe 😉
In Lugano geniessen wir an der Sonne ein Espresso und div. Apéro Getränke und wieder einmal werden wir mit Antipasti verwöhnt obwohl wir vom Frühstück noch satt sind. Man will ja nicht unhöflich sein…. und so essen wir die Häppchen.

10.40h Das Schiff ist da und wir steigen ein um uns über den Lago di Lugano befördern zu lassen nach Campino. Zuoberst auf Deck wünschen wir und uns dann tatsächlich etwas Abkühlung da es geradezu tropisch heiss geworden ist. Etwas Gutes haben die heissen Temperaturen: unsere Schuhe trocken endlich!Campino eine kleine Haltestelle mit Grotto durch das wir leider nur hindurchlaufen, da wir ein anderes Grotto in Aussicht haben. In malerischer Umgebung wandern wir dem Ufer entlang und können auch erleben was Wasserläufe so anrichten können. Überall klettern wir über Steinlawinen, welche sich über die Wege ausgebreitet haben und zum Teil kleine Gartenanlagen mitrissen.

Macht sich da etwa Hunger breit? Hoffen wir doch, denn nach der Wanderung dürfen wir in einem wunderschönen Grotto ein Tessinerplättli essen und uns ausruhen. Ein Bad im Lago di Lugano liegt leider zeitlich nicht mehr drin, denn nach dem Mittagsmahl heisst es weiter laufen und in Museo Doganale einsteigen aufs Schiff nach Lugano.

Ein kurzer Aufenthalt noch in Lugano mit einem Gelati zum Schluss und die Reise geht weiter Richtung nach Hause.Eine Odyssee kündigt sich an: Stau am Gotthard. Kein Problem für uns wir sind schliesslich flexibel und fahren in Biasca ab der Autobahn über den Gotthard Pass (was machen denn plötzlich die Pflastersteine auf der Strasse?). WC-Pause, Kaffee und alte Nussgipfel (welche dann doch nicht gratis waren) und Reisende die dachten wir kämen gerade aus Rio von der Olympiade, hahahah!In Göschenen auf die Autobahn und juhe kein Stau, so dachten wir mal, sind dann aber von Beckenried bis nach Horw im Stau gestanden. Jetzt längts! dachte ich und so durften meine lieben Mitreisenden die ganze Schönheit des Entlebuch noch erleben, da wir über Kriens-Malters- Willisau-Zell-St.Urban….. bis nach Wiedlisbach gefahren sind. Endlich nach 5.5 Std. die Ortstafel WIEDLISBACH. Gesund, Zufrieden voller Sonne und schönen Erlebnisse im Herzen sind wir wieder in unserer Sonnenstube angelangt. Nur für die Sonne würden wir nicht ins Tessin fahren, aber für die tollen Erlebnisse mit den Turnkolleginnen jederzeit.

Euere Martina Allemann