Wander-Wochenende der Männerriege 19./20.09.2015

  • 25. Januar 2016

Der Himmel ist wolkenverhangen, aber es regnet (noch) nicht. In Kopp Godis Kleinbus fahren wir auf der Autobahn gen Norden, wo wir beim Zollamt Rheinfelden die heimatliche Schweiz verlassen und uns von einer Sekunde auf die andere im EU-Raum befinden – andere Sprache, andere Währung, andere Mentalität. Godi Kopp führt mit strammer und ruhiger Hand das Lenkrad und fährt uns bis Herrischried, wo wir einen Kaffeehalt einschalten. Da die deutsche Gastfreundschaft erst um 11.00Uhr beginnt, nehmen wir Kaffee und andere Stimmungsaufheller – alles von Godi Kopp organisiert und mitgebracht! – im Freien zu uns.

Der Himmel ist immer noch bewölkt, aber die Sicht ist frei auf die Nordseite des Juras und gar bis zu den Berner Alpen. Wir fahren weiter zum Wallfahrtsort Ibacher Kreuz, von wo aus wir nach Todtmoos wandern. Daselbst angekommen verschwinden einige, um einen Apéro zu sich zu nehmen, andere, eher kulturell interessiert, besuchen die Wallfahrtskirche, die unübersehbar das Ortsbild prägt. Wenn man der Bauchronik glauben will, so hat Graf Rudolf von Habsburg (1273 in Aachen zum deutschen König gekrönt, somit einer der wenigen Schweizer mit Königswürde) um 1268 hier einen ersten Kirchenbau errichten lassen.

Im Hotel Maien nehmen wir das Mittagsmahl zu uns und geniessen die örtlichen kulinarischen Besonderheiten, wie Schwarzwaldforelle, Maultaschen, Süpple, Schäufele und natürlich Gebrautes und Vergorenes. Die internationale Küche (McDonald oder Burger King) hat es offenbar noch nicht bis nach Todtmoos geschafft. Am Nachmittag steht uns eine etwas gröbere Wanderung von Hintertodtmoos nach Innerlehen/Bernau bevor. Unterdessen hat es auch zu regnen begonnen, ein kräftiger Landregen begleitet uns fast während der ganzen mehrstündigen Wanderung. Wir geniessen die schöne, stimmungsvolle Landschaft trotzdem!

Im einladenden Gasthof Rössle in Innerlehen/Bernau stärken wir uns mit einem Trunk. Anschliessend folgt eine kurze Fahrt nach Häusern zum Hotel Albtalblick, wo wir die Nacht verbringen. Auch dieser Familienbetrieb erweist sich als sehr einladend, gastfreundlich und komfortabel. Am nächsten Morgen besuchen wir zunächst den Dom zu St Blasien und fahren anschliessend auf die Feldberg-Passhöhe (Hebelhof). Wir marschieren unter der kundigen Leitung Fritz Sterns über Stock und Stein (!) entlang des „Wasserfallsteigs“ über schmale Wege und Pfade, entlang romantischer Bäche, durch herrliche Wald- und Wiesenlandschaften und vorbei an beeindruckenden Wasserfällen, die sich zwar eher als „Fällchen“ erweisen. Schlussendlich begegnen wir gar einem Gemsrudel, welches sich durch unsere harmlose Gruppe aber in keinster Weise stören lässt.

Am Ende der Wanderung, in Brandenberg, nehmen einige die Gelegenheit wahr zum Wassertreten gemäss dem Hydrotherapeuten Dr Sebastian Kneipp. Im Landgasthaus Kurz nehmen wir das Mittagessen zu uns. Am Nachmittag fährt uns Godi Kopp nach Todtnau zur Hasenhorn-Rodelbahn, nur wenige Kilometer entfernt. Eine Seilbahn liftet mutige Passagiere, Rodelgerät und Fahrräder auf das Hasenhorn, von wo aus man sich auf der Rodelanlage oder dem Biker-Parcours in die Tiefe stürzen kann. Einige unter uns (der Schreibende gehört nicht dazu!) wagen es tatsächlich, und sie treffen wohlbehalten wieder auf unsere Gruppe. Es ist schon etwas spät geworden, weshalb wir auf den Besuch des Todtnauer Wasserfalls verzichten und den Heimweg unter die Räder nehmen. Schon bald passieren wir in Lörrach die Schweizer Grenze und fühlen uns wieder wie zuhause!

Noch vor sechs Uhr abends treffen wir in Wiedlisbach ein. Das Wochenende war bestimmt für alle ein grosser Erfolg: niemand hat sich verletzt, alle haben sich gut gehalten und viel Spass gehabt, auch das Wetter war gar nicht so übel. Danke den edlen Spendern von Tranksame, danke den Wagenführern Godi Kopp, Fritz Stern und Roberto Perego, welche sich im Fahren abwechselten und grosse Ortskenntnisse bekundeten, danke nochmals für Organisation, Gänge und Läufe und Mühewaltung!

Roland Schaeren