Giele, do miösst drs lo zieh…

  • 21. Mai 2014

Diesen Winter wurden die Skigebiete von Arosa und der Lenzerheide durch eine neue Gondelbahn verbunden oder: ,,Dr Gigi und s Heidi hei ghürote,,. Die Herrenriege des TVW liess natürlich die Gelegenheit nicht aus, dem frisch vermählten Paar den Segen zu erteilen.

Da Treffpunkt und Anfahrt ja sowieso niemanden interessieren, kommen wir gleich zum interessanten Teil. Samstagabend, 18.12 Uhr, draussen ist es bereits dunkel, die Hütte bebt! Zu Partyhits von DJ Ötzi und Helene Fischer schwingen die Deckenlampen durch die gut gefüllte Bar. Die Gäste singen und tanzen. Mittendrin 18 Herrenriegeler in Partylaune. Hie und da eine Prise Schnupftabak auf der Hand. Bier, Holdrio und Shots wandern über die Theke. Doch später dazu mehr.

Am Freitagmorgen, nach der Ankunft bei unserer Unterkunft, dem Posthotel Churwalden, begaben wir uns sofort auf die Skipiste. Bei gutem Wetter erkundeten wir die Teilgebiete Lenzerheide-Ost und Lenzerheide-West. Nach dem Mittagessen, Bratwurst mit Zwiebelsauce und Pommes (leider ohne Zwiebelsauce), ging es schnell wieder auf die Piste. Der erste Tag verlief bis auf einen Zwischenfall – hat sich doch einer den Daumen ,,us-kneblet,, – relativ gemütlich. Der Abend begann für die meisten in der Chilihütte (Après-Ski), für andere begann er leider im Spital. Gut gelaunt testeten wir gleich die Getränkekarte. Das Abendessen, welches eher ruhig verlief, nahmen wir dann im Posthotel ein. Eine kleine Gruppe Abenteuerlustige begab sich mit dem Postauto nach Valbella. In der Slalombar war zu unserem Erstaunen Ländlerabend. Die Bar war ausgelassen und die Stimmung war voll… oder so ähnlich. Zur allgemeinen Belustigung wurde die Bar zu später Stunde noch kontrolliert in Brand gesetzt.

Freitagmorgen, pünktlich zehn Minuten zu früh, standen wir vor der Sesselbahn und fuhren anschliessend ohne Pause, quer durch das Skigebiet Lenzerheide nach Arosa. Auch dieses Skigebiet kann sich sehen lassen. Leider waren die Pisten für unseren Geschmack etwas zu schmal. Ein paar Stunden und Showeinlagen später, waren wir wieder in der Chilihütte. Da ging es dann schon mal richtig rund. Wir holten uns zuerst die Sympathie des Chefs und der Angestellten und liessen es in der Folge krachen. Zu unserem Glück war Nachtskifahren angesagt. Weniger wegen dem Skifahren, sondern eher wegen der später angesetzten Pistenkontrolle. Darum musste die Chilihütte, welche sich am Pistenrand befindet, nicht schon am frühen Abend schliessen. Unser Skiguide organisierte zudem das Nachtessen im Restaurant neben der Bar, was unnötige Verschiebungen überflüssig machte. Vom nahegelegenen Nachtessen machten dann aber doch nicht alle gebrauch. Noch bis spät in den Abend wurde gefeiert.

Am Samstagmorgen stiessen weitere Herrenriegeler zu uns. Vollzählig zog es uns in der Früh wieder auf die Piste. Der Küchenchef der Chilibar traute seinen Augen nicht, als wir ihn um ca. 08.40 Uhr beim Schneeschaufel auf der Terrasse antrafen. ,,Dir Sieche spinned doch… etz sit dr scho wider ungerwägs?!“ Wir eröffneten ihm dann sogleich die frohe Botschaft, dass wir am Abend nochmal bei ihnen absteigen werden. Am Samstag fand auch noch das Skirennen statt, welches dann gar nicht stattfand. Somit gewann J. A. aus W. Leider wurden wir später Zeuge des schweren Unfalls, welcher sich während den Aufbauarbeiten des Weltcupfinals ereignete. Bereits am späteren Nachmittag fand sich die ganze Gruppe in der Chilibar ein. Den Laden hielten wir dann den ganzen Abend auf Trab. Im 15-Minuten-Takt mussten die bedauernswerten Angestellten Shot-Runden servieren. Unfreiwillig überliessen sie uns auch die Bedienung der automatischen Türe, was teilweise zu Verwirrungen führte. Ein grosser Fehler war auch die Dekoration. Wurde doch am Samstag die ganze Bar mit Strohhüten bestückt. Was davon noch übrig blieb, konnte höchstens als Halsschmuck oder zum Einstreuen im Stall (so sah es dann auch aus) weiterverwendet werden. Bis in die späten Abendstunden wurde in der Chilibar gefeiert. Der Höhepunkt war die Talabfahrt (Giele, do miösst drs lo zieh…) zurück nach Churwalden, ein Schauspiel sondergleichen! Als unbeteiligter Zuschauer könnte man es zweifellos als ,,Katastrophe,, klassieren. Diese 20 Minuten kann man leider nicht in Worte fassen. Jedenfalls kamen früher oder später alle wohlauf bei unserer Unterkunft an. Kurz darauf erschienen die meisten beim Nachtessen, welches wir wiederum im Posthotel Churwalden einnahmen. Als erstes stürzte man sich auf die Vorspeise, eine völlig unnötige Runde Bündner Röteli. Diese fand jedoch keinen Anklang. Lustig war es trotzdem… Nur wenige fanden am späteren Abend noch den Weg nach Lenzerheide um dort die eine oder andere Bar zu testen.

Auch am Sonntag standen wir wieder in aller Frühe auf der Piste. Einer hatte sich jedoch am Vorabend ausgepowert und liess daher das Skiweekend im Sprudelbad ausklingen. Da machte sich der 8h/8h/8h Rhythmus (8h Schlafen / 8h Skifahren / 8h Party) der letzten Tage bemerkbar. Die Auswirkungen wurden sogar an der Sesselbahn sichtbar. Was die Kinder vor uns ohne Probleme meisterten wurde für einige von uns etwas zu viel. Das ,,Aufsitzen,, auf die Sessel funktionierte nicht mehr wunschgemäss. Zur allgemeinen Belustigung pflanzte die Sesselbahn somit einige Herrenriegeler in den Tiefschnee. Noch einmal meisterten wir unsere Lieblingsabfahrten und auch ein letztes Mal besuchten wir unsere neuen Freunde von der Chilibar. Am späteren Nachmittag stand leider die Verabschiedung auf dem Programm. Im Anschluss an die Talabfahrt (Giele, do miösst drs no eisch lo zieh..) traten wir den Heimweg an.

Wieder einmal mehr erlebten wir ein unvergessliches Skiweekend! Ein grosses Dankeschön geht an unseren Skiguide Ueli! Bereits jetzt freuen wir uns auf das nächste Skiweekend mit der Herrenriege des TVW!
Evtl. Kuala lumpur..?