Wander-Wochenende der Männerriege

  • 13. September 2012

Morgens um sieben Uhr, wenn die Welt bekanntlich noch in Ordnung ist, trifft sich der harte Kern der Männerriege (Heinz Gander, Hansruedi Kopp, Roberto Perego, Ruedi Ramseier, meine Wenigkeit Roland Schaeren, Hansruedi Schnyder, Werner Schürch, Fritz Stern und Kurt Zurlinden) nahe der Turnhalle und unter strömendem Regen mit dem Ziel, Wanderfreuden zu geniessen. In Kopp Godis Kleinbus fahren wir nach Rivaz am Genfersee – Fritz Stern führt mit strammer und ruhiger Hand das Lenkrad – danke Fritz für die angenehme und ausgeglichene Fahrweise!

In Rivaz ist der Himmel immer noch wolkenverhangen und immer noch etwas regnerisch – könnte sich das Wetter am Ende noch bessern? Wir besuchen zunächst das Gestade des Genfer Sees und nehmen sodann die ca. zweistündige Wanderung zur Tour de Gourze unter die Füsse. Hansruedi Ramseier, unser Guide, erweist sich dabei als äusserst profunder Kenner der Gegend, des Weinbaus, der regionalen Politik, des örtlichem Brauchtums usw. Er hält immer wieder inne und lässt uns an seinem Wissen teilhaben. Wir erfahren u.a., dass das Lavaux seit den 70-er Jahren durch die Initiative „Sauver Lavaux“ des Umweltschützers Franz Weber vor Bauspekulation geschützt ist und seit einigen Jahren auch das Label „UNESCO-Weltkulturerbe“ trägt.

Trotz Wolkendunst und Nebelschwaden ist die Aussicht auf Rebberge und Genfersee schlicht grossartig. Mit Verspätung auf die Marschtabelle erreichen wir die Tour du Gourze. Im Gipfelrestaurant nehmen wir isotonische Getränke auf Hopfen-, Trauben- oder Koffein- Basis zu uns. Derart gestärkt machen wir uns auf den Rückweg nach Rivaz, wir folgen Hansruedi, der sich in den verschlungenen Wegen bestens auszukennen scheint. Ohne Vorwarnung stehen wir plötzlich mitten in den Weinbergen vor einer schmucken Villa.
Hansruedi heisst uns eintreten, und zu unser aller Überraschung begrüsst uns Hansruedis Ehefrau Annette, die hier als Hausherrin wirkt. Ihr Vater liess die Villa seinerzeit errichten, noch bevor „Sauver Lavaux“ seine Wirkung entfaltete. Wir werden von Hansruedi und Annette mit selbstgebackenem Zopf, Hobelkäse und Weissweinen aus der Region aufs Köstlichste bewirtet – danke Hansruedi und Annette, die Überraschung ist Euch wohlgelungen!

Nach gehabten kulinarischen Freuden wandern wir am späten Nachmittag zurück nach Rivaz, welches wir nach ca. einer Stunde erreichen. Fritz Stern fährt uns im Kleinbus nach Caux, hoch über dem Genfersee, wo wir in der Hostellerie de Caux unsere Zimmer beziehen. Nachdem wir geduscht und unsere natürliche Schönheit zurückgewonnen haben, treffen wir uns zunächst an der Hotelbar und anschliessend in der Gaststube zur Einnahme des Abendessens. Am nächsten Morgen machen wir uns um 09.00h auf, um den Gipfel der Rochers de Naye zu erreichen. Das Wetter ist recht gut. Der Wirt der Hostellerie warnt uns indes: „C’est la bise noire qui met une cloche autour des rochers“.

Nach einer mehrstündigen Wanderung, die uns immer wieder grossartige Ausblicke auf die Genfer Seeregion bietet, erreichen wir den Gipfel. Von der berühmten Rundumsicht ist nun aber meistens nichts oder doch nur in Ansätzen etwas zu sehen – der Wirt hatte uns ja gewarnt… Nach einem Besuch der Murmeltierstation, der Gipfelplattform und des Felsenrestaurants denken wir an den Abstieg. Der Aufstieg ist einigen unter uns – so auch dem Schreibenden – doch recht massiv in die Waden gefahren, und wir nehmen gerne die Zahnradbahn, um zurück nach Caux zu gelangen. Die ganz zähen unter uns Wanderfreunden marschieren jedoch zurück und sie treffen nur wenig später nach uns in Caux ein.
In der Hostellerie nehmen wir noch einen letzten Trunk zu uns, sodann fährt uns Fritz Stern ohne Unterbruch nach Wiedlisbach, wo wir um ca 17.00h eintreffen und uns nach einem Besuch im „Rebstock“ nach und nach verabschieden.

Das Wochenende war bestimmt für alle ein grosser Erfolg: niemand hat sich verletzt, alle haben sich gut gehalten und viel Spass gehabt, auch das Wetter war gar nicht so übel.

Danke nochmals für Organisation, Gänge und Läufe und Mühewaltung!

Roland Schären