Damenriege-Reise 2009

  • 5. März 2010

In Noiraigue im Val de Travers nahmen wir nach einem ersten Kaffeehalt Elektro-Velos, die sogenannten Flyers, in Empfang und wurden ausführlich über deren Gebrauch instruiert. Und los ging’s. Velofahren mit einem Elektroantrieb – das war ja wirklich easy! Dachten wir! Nach kurzer Strecke geradeaus stiegen wir auf die Jurahöhen hinauf und mussten feststellen, dass das Ganze trotz der Unterstützung doch sehr stark in die Beine ging. Via Ponts-de-Martel, in einer wunderschönen Hochebene gelegen, hatten wir einen weiteren Anstieg auf die nächste Jurakette zu bewältigen und erreichten schliesslich um die Mittagszeit La Brévine, wo uns beim Picknick am See ein kalter Wind um die Ohren blies, wie es sich für das Sibirien der Schweiz gehört!

Nach einem weiteren Kaffehalt in La Brévine ging’s nochmals kurz aufwärts und danach konnten wir es sausen lassen. So macht Velofahren Spass! Wieder im Val de Travers, in Couvet, konnten wir die Akkus auswechseln und anschliessend ein erstes Apéro in einer sonnigen Gartenbeiz geniessen.

Wie es sich für das Pays de l’Absinthe gehört, besuchten wir nun eine Absinth-Distillerie, wo uns die Herstellung des lange verbotenen und nun wieder legal produzierten Absinth erklärt wurde und wir ausgiebig degustieren konnten.

Mit geschmierten Gelenken und Seelen fuhren wir nun wieder los Richtung Unterkunft, die wir in Kürze zu erreichen hofften. Gut, dass wir nicht wussten, was uns nun noch bevorstand! Unser Lager für die Nacht lag nämlich noch 600 Höhenmeter weiter oben. Dieser Aufstieg brachte dann einige von uns doch so ziemlich an die Grenzen! Aber schliesslich schafften wir es alle und waren stolz auf unsere Leistung.

In einer Alphütte unterhalb des Creux du Van bezogen wir unser Massenlager und setzten uns zu einem weiteren Apéro vor die Hütte. Wir staunten nicht schlecht, als sich ein herannahende Wandergruppe als Herrenriege des TV Wiedlisbach entpuppte! Diese Ueberraschung, von der nur die Reiseleiter wussten, war wirklich gelungen!

Bei einem feinen Fondue verbrachten wir den Abend und legten uns schon früh schlafen, da alle todmüde waren.

Am nächsten Morgen, mit immer noch schmerzenden Knien und Beinen vom Vortag, starteten wir bei schönstem Herbstwetter zu Fuss Richtung Creux du Van. Auf der Krete genossen wir die Sicht auf diese einzigartige halbrunde, steilabfallende Felswand. In was für einem schönen Land wir doch wohnen! Ein weiterer Höhepunkt war dann die Begegnung mit einer Gruppe Gämsen mit Jungtieren auf allernächste Distanz. Nach dem Abstieg vom Creux du Van führte uns der Weg schliesslich durch die wunderschöne Areuse-Schlucht nach Champ du Moulin, wo wir in einem Ausflugsrestaurant fein zu Mittag assen und uns anschliessend in der wärmenden Sonne ausruhten. Da wir die Strapazen vom Vortag immer noch spürten, beschlossen wir, die restliche zweistündige Wanderung auszulassen und traten dann im späteren Nachmittag von hier aus die Heimreise mit dem Zug an.

Herzlichen Dank an Esther für die Organisation der Reise in eine wunderschöne, weniger bekannte Gegend der Schweiz.

Beatrice Allemann